Sag Ja zum Nein

Die Basis eines guten Selbstwertgefühls ist die Fähigkeit, nein zu sagen, wenn wir nein meinen. Selbstliebe und die Liebe zu anderen beginnt mit der Kunst der gesunden Abgrenzung, denn das Nein zu dem, was für uns nicht stimmt, ist das Ja zu uns selbst. Ich habe am Wochenende eine ganz und gar unvollständige Nein-Liste (Download hier oder siehe im Anschluss an den Beitrag) zusammengeschrieben, die meine Leser inspirieren möge. Wozu? Nicht zu allem „Ja und Amen“ zu sagen. Du kannst die Liste kürzen, erweitern, umschreiben. Nimm dir, was zu dir passt. Den Rest hau‘ hinten rüber. Die Frage “Ich oder der andere zuerst?” braucht nämlich eine entschiedene Antwort –  ansonsten können wir jeden echten persönlichen Fortschritt vergessen, egal wie wir uns sonst ins Zeug legen, in uns „putzen und aufräumen“. Ganz einfach, weil in dieser Antwort unsere eigene Kraft liegt. Entweder wir nehmen sie zu uns oder wir geben sie ab. Je mehr wir auf Bestätigung im Außen schielen, je mehr wir anderen die Macht zugestehen, darüber zu entscheiden, ob wir doch irgendwie ok und liebenswert sind, desto schwächer und ohnmächtiger fühlen wir uns. Unser Potential ist gebunden. Erst, wenn wir das Nein gleichberechtigt und bewusst integriert haben, spüren wir wieder ganz konkret, wo zum Beispiel Rücksicht angebracht ist oder Rebellion oder Sinn für Humor oder lebendiger Zorn oder wo hundert Prozent Gradlinigkeit den anderen vielleicht überfordern würde. Ja, dann erst fühlen wir wahrhaft mit. Wer ohne Scham, Schleimerei und schlechtes Gewissen nein sagen kann, muss sich nicht mehr verbiegen. Er ist in Kontakt mit sich und seiner inneren Wahrheit und Würde. Einer meiner wichtigsten Sätze, die ich in den letzten 24 Stunden gelesen habe, lautet: “ Integrierte Aggression ist einfach Klarheit.“ Warum er für mich so wichtig ist? Weil immer, wenn ich mich verbogen habe – aus Angst, nicht zu genügen oder andere zu enttäuschen – sich früher oder später Frust und Aggression durch mich manifestiert haben. Ich wurde unzufrieden, launisch und wütend, habe verletzende und grobe Sachen gesagt, nicht mehr zugehört, Türen geknallt, Sachen zerschmissen und gehörig Dampf abgelassen. Heute weiß ich, dieser Dampf waren all die faulen Kompromisse, denen wohl jeder Mensch auf seinem Weg begegnet. Es waren all die verpufften Gelegenheiten zur Selbstliebe. Die einen reagieren mit Dampf, andere mit Rückzug und Depression. Manche Menschen lachen, wenn ihnen eigentlich eher zum Heulen zumute ist und wieder andere ziehen sich gewohnheitsmäßig Alltagsdrogen rein… Wir alle haben Mittel und Wege gefunden, die Leere in unserem Inneren zu kompensieren. Hingegen immer dann, wenn wir eine klare Entscheidung treffen, wenn wir uns quasi selbst definieren, Position beziehen, uns ausrichten…. weitet sich unsere Perspektive, unser Potential und unser Herz. Auch das bedeutet erwachen. Erwachen für den Weg der Heilung. Und wem das verbal schon zu heilig ist…. Es gibt einen herrlichen Spruch von Marc Allen, der einmal trefflich sagte: „Lass den Scheiß und mach, was dran ist!“ Fühlt sich gut an, oder?! Will sagen, ein authentisches Nein zu Blödsinn und Gewohnheit, kann enorm helfen, den Boden unter den eigenen Füßen wieder zu spüren. Nährboden. Endlich. Ja.

Meine (unvollständige) Nein-Liste

Was ich nicht mehr mache…

  • Mich abhetzen.
  • Morgens aus dem Bett springen. Ich lasse mir Zeit, die ich brauche, um den Tag ruhig und entspannt zu beginnen.
  • Ohne Haustiere leben.
  • Kompromisse schließen zu Lasten meiner Bedürfnisse, um mit jedem Frieden zu halten.
  • Fleisch essen.
  • Meinem kritischen Verstand alles glauben, was er mir als vermeintliche Wahrheit verkauft.
  • Mit Leuten streiten, die debattieren als Sport betrachten.
  • Meine Kreditkarten einsetzen, sofern ich die Abrechnung nicht vollständig zum Monatsende begleichen kann.
  • Etwas, was ich nicht mag oder brauche, bei mir zu Hause aufbewahren.
  • X-mal am Tag meinen Facebook-Account checken.
  • Den Mund halten, wenn jemand sich daneben benimmt.
  • Im Sommer Schuhe tragen, wenn barfuß laufen schöner ist.
  • Über Regen und schlechtes Wetter motzen.
  • Zu Events gehen, bei denen stundenlang nur sinnlos geschwatzt wird.
  • Klatsch tolerieren oder daran teilnehmen.
  • Aus Bequemlichkeit Fastfood essen, statt Zeit zu investieren, mir bewusst, ein gutes Mahl zu bereiten.
  • Mit schwierigen Lebenssituationen allein fertig werden.
  • Jemanden engagieren – sei es ein Anwalt, ein Arzt, ein Gesundheitsdienstleister oder was/wer auch immer, der mich respektlos behandelt.
  • Während der Mahlzeiten Telefonate annehmen.
  • Verbale Übergriffe von einem Vorgesetzten oder Mitarbeiter hinnehmen.
  • Zur Arbeit gehen, wenn ich krank bin.
  • Meine Meinungen für mich behalten, wenn sie mit denen der anderen im Raum nicht übereinstimmen.
  • Mir von sozialen Normen diktieren lassen, wofür ich mich interessieren sollte, sei es Kleidung, Essen, Kunst, Musik und dergleichen. Ich mag das, was ich mag.
  • Zeit in Beziehungen investieren, die nicht damit harmonieren, wer ich bin und wer ich sein will.
  • Nicht sinnvolle Verpackungen in Restaurants, Geschäften etc. akzeptieren.
  • Bücher, an denen ich die Lust verloren habe, zu Ende lesen.
  • Werbepost mit ins Haus nehmen (vor meiner Tür steht eine Papiertonne).
  • Mich verpflichtet fühlen, Zeit mit Familienmitgliedern oder Freunden verbringen, die sich für ein dauerhaft chaotisches, uninspiriertes oder langweiliges Leben entschieden haben.
  • Mich schlecht dabei fühlen, Nein zu sagen, wenn ein Nein das Beste für mich ist.
  • Im Geiste bei der Arbeit verweilen, wenn ich nicht arbeite.
  • Mir von Fernsehsendern vorschreiben lassen, wann ich meine Lieblingsshows ansehen soll (es gibt Mediatheken oder die Möglichkeit, Sendungen aufzuzeichnen).
  • Mein E-Mail-Programm auf den automatischen Empfang neuer Nachrichten einstellen. Ich entscheide, wann ich meine Mails bekomme.
  • Kleidungsstücke aufbewahren, von denen ich hoffe, dass sie mir „irgendwann“ passen.
  • Irgendwas wegwerfen, was recycelt werden kann.
  • Autos kaufen, die nicht treibstoffsparend sind.
  • Zeit mit Leuten verbringen, die zu mir reden statt mit mir.
  • Die Gefühle anderer wichtiger nehmen als meine eigenen.
  • Diskutieren statt konsequent handeln und umsetzen.
  • Die Schuld bei anderen suchen.
  • Männern (vor allem im Business) für verantwortliche Positionen den Vortritt lassen.
  • Annehmen, dass – nur wenn ich perfekt funktioniere, ich Anerkennung und Lob verdiene.
  • Mich in Dramen anderer Menschen verwickeln.
  • Einem äußeren Guru folgen.
  • Dinge, die mir gut tun, auf die lange Bank schieben.
  • Mir Sorgen um das liebe Geld machen. (Sorgen hat man nicht, man muss sie sich schon machen.)
  • Zu glauben, wenn ich zuerst an mich denke, wäre das egoistisch.
  • Zu glauben, dass nur das, was ich anfassen kann, auch real ist.
  • Zulassen, dass andere meinen Wert bestimmen. (Selbstwert kommt von innen.)
  • Viel zu spät ins Bett gehen.
  • Mich zu Konkurrenz zu anderen Frauen/Männern anstiften lassen.
  • Stärke mit Härte verwechseln.
  • Konflikten aus dem Weg gehen… um des lieben (Schein-) Frieden willens.
  • Lachen, wenn ich lieber ernst bleiben möchte. Und ernst bleiben, wenn ich ein Lachen in mir fühle.
  • Mich mit Musik oder anderen Geräuschen ablenken, wenn mir nach Stille ist.

(Liste inspiriert durch Cheryl Richardson „Sei dir wichtig!“)

Warum wir hier sind

Wir sind nicht hierhergekommen,
um einander gefangen zu nehmen,
sondern, um uns noch tiefer
der Freiheit und der Freude zu ergeben.

Wir sind nicht in diese wunderbare Welt gekommen,
um uns fern der Liebe als Geiseln zu halten.
Lauf mein Liebstes, lauf allen davon,
die spitze Messer in deine zarten Träume,
in dein edles, heiliges Herz stoßen wollen.

Uns ist es aufgegeben, uns mit den Stimmen
der inneren Berufung zu befreunden,
die da draußen vor dem Haus unserem Geist zurufen:
„Ach bitte, bitte komm heraus und spiel mit uns!“

Denn wir sind nicht hierhergekommen,
um einander gefangen zu nehmen
oder unsere wunderbaren Seelen einzuschließen,
sondern, um immer tiefer zu erleben,
was in uns göttlich ist
MUT, FREIHEIT, Licht!

(Shams-Ud-Din Muhammad Hafiz zugeschrieben)

Lebenskünstler

„Wenn ich etwas Neues brauche, mache ich es mir selbst“, sagt Marcus Graucob. Der 55-Jährige ist Künstler – Lebenskünstler. „Ich bin freiwillig arm“, versucht er, seinen Weg in Worte zu fassen. „Genau dadurch fühle ich mich reich.“ Ob Marmeladen, Säfte, Chutneys, Seifen, Jacken, Mäntel, Kissen, Mützen – Marcus Graucob kocht, rührt, siedet, gärtnert, schneidert, klebt und hämmert in Eigenregie.

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Jacke. Selbstgemacht!

„Ich mag es, vorhandene Dinge neu zu arrangieren“, erzählt er. Aus seiner Garderobe zieht er einen langen Mantel mit Kapuze hervor. „Mein Hausmantel“, lacht er. „Bequem, warm, praktisch“, schwört der Wahl-Wismarer lachend. „Er ist außerdem eine Hommage an meine Mutter – sie ist vor drei Jahren gestorben“, fügt er zu. „Für diesen Mantel habe ich eine Tagesdecke, die ich einmal von ihr geschenkt bekam, neu verarbeitet. Das Futter sind billige Fleecedecken. Ich fühle mich darin richtig wohl.“ Die Wände in der Wohnung des gelernten Restaurators sind leer. „Ist doch eh schon alles viel zu viel, was uns umgibt“, erklärt er. Dafür verteilen sich in den Räumen Objekte, Arrangements, Skurrilitäten. Ein Stück Treibholz steht auf einem Sockel am Fenster, darauf ein Tierschädel. Die Hörner sind aus Rollo-Ketten. Eine alte Brosche komplettiert das Ensemble. Auf einer Fensterbank stehen Einweckgläser – darin Glasscherben, Puppenköpfe, Arme, Beine. „Eingeweckte Kindheit“, kommentiert der Künstler das seltsame Kabinett. „Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt.“ Sich immer wieder auf Themen einzulassen, in ihre Tiefen hinabzusteigen, macht ihn als Lebenskünstler aus. „Ein wichtiges Wort in meinem Leben ist ,genug‘“, erzählt Marcus. „Was ist genug? Was ist mein eigener Wunsch? Und wann bin ich durch Werbung und Umwelt beeinflusst? Ich finde es wahrlich nicht einfach, mich in dieser Welt so zu verhalten, dass ich sie nicht noch mehr kaputt mache“, sagt Graucob, der im Übrigen noch nie eine Jeans besessen hat.

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Im Garten beim Maskenbau. Fluppe im Mundwinkel gehört dazu.

Gier und Neid habe er sich abgewöhnt, sagt der Mann mit den beiden grauen Bartzöpfen. Wie das? „Geholfen hat mir vor allem die Kommune Friedenshof bei Hannover. Das ist eine spirituelle Gemeinschaft, die auf einem Bauernhof lebt. Sie ist von Thich Nhat Hanh und Lehrern anderer Traditionen inspiriert.“ Mit den Menschen dort verbringt Marcus Graucob regelmäßig Zeit. Sein Auto hat er schon vor Jahren abgegeben. „Ohne zu sterben“, lacht er. „Mein Bauch wurde dadurch schmaler und die Brieftasche dicker.“

Meditation gehört zum Alltag des Künstlers. „Ich nenne das aber nicht mehr so“, erklärt Marcus. Wir reden über Spiritualität und auch darüber, welche seltsamen Blüten sie mitunter treibt. „Was ist Spiritualität heute?“, frage ich ihn. „Bullshit!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Marcus grinst. Dann relativiert der Künstler: „Ok. Lifestyle. Spiritualität ist oft nur Lifestyle.“ Genau deshalb meidet er auch das Wort „meditieren“. „Ich sitze“, sagt Marcus. „Jeden Tag 20 Minuten.“ Die Bodenkissen für sein tägliches Ritual hat er natürlich selbst gefertigt.

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Tägliches Ritual: Sitzen.

Seine Sehnsucht? „Mehr Austausch mit kreativen Menschen in Wismar. Ich lebe doch ziemlich zurückgezogen.“ Derzeit plant der gebürtige Niedersachse eine Masken-Performance. „Ich möchte mich zeigen, in dem ich mich verhülle“, sagt er schmunzelnd. Thema dieser Aktion, die auf dem Marktplatz in Wismar stattfinden soll, sind Konformität und Angepasstheit – oft die Fesseln eines freien kreativen Menschen. Sein handwerkliches Geschick hat Marcus Graucob übrigens bei Klaus Dupont gelernt. Damals, 1982, in dessen Werkstatt in Schwarmstedt. Noch heute ist Marcus Graucob mit dem Berliner Künstler befreundet. „Bei ihm habe ich viel gelernt: Präzision, Sorgfalt und den Umgang mit Werkzeugen, was enorm wichtig ist“, so der Wismarer. Eine Auswahl seiner Arbeiten ist derzeit in der Krämerstraße zu sehen. Fotografien, Streetart und Objekte auch unter www.wasserfresser.de.

 

Zitat

Fundstück

„Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es, und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, daß sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müßte sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es, und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“
(John Swinton in einer Rede von 1880, J. Swinton war Journalist, Publizist und u.a. Herausgeber der New York Times)

Als Kind wollte sie Zauberin werden!

Susanne Wiest beim Locken drehen!

Ein ganz und gar unvollständiges Porträt einer zauberhaften Piratin von der Greifswalder Wieck. Die Grundeinkommenaktivistin will mit vielen guten Ideen die Schatzkammern des Bundestages füllen.

„Bist du jetzt Politikerin?“, frage ich Susanne bei meinem gestrigen Besuch. Mag sein, dass sich meine Nase dabei fast unmerklich ein wenig rümpft. „Nö.“, antwortet sie ganz spontan. „Aber Spitzenkandidatin!“ Beide prusten wir daraufhin los. Lachen hilft bei der Befreiung von alten Begriffen und Vorurteilen. Herrlich! Und auch meine Nase entspannt sich jetzt. Wir essen riesige Schoko-Glückskekse, die ich aus Wismar mitgebracht habe. Susanne, die Parteienskeptikerin, rollt dabei einen Spruch über Chaos und verborgene Schätze auf und lacht. „Oh ja. Das passt.“
Seit zwei Jahren ist sie Mitglied in der „wildesten Partei Deutschlands“ – und heute auf Listenplatz 1.
„Ich will in den Bundestag!“, sagt die rot gelockte Piratin entschlossen. „Die wichtigen Themen wollen dorthin.“

„Ohne Partei ist es schwer, hier etwas mitzugestalten“, spricht Susanne aus Erfahrung. „Parteien sind wie ein Link zum Gesetzgeber und oft die einzige Möglichkeit, an die Legislative ranzukommen. Das ist nicht optimal und auch altmodisch. Doch die Form ist so“, bekennt die 46-Jährige. „Das wird jedenfalls ein lustiger Sommer“, schmunzelt sie und wickelt eine von ihren ungebändigten Locken um den Finger. „Ich fahre eben diesmal nicht nach Italien, sondern mache lieber noch eine Runde Demokratie.“ 

Das erste Mal begegne ich Susanne Wiest im Januar 2009 im HCC Hannover. Sie hält dort ihre erste Rede zum Thema Grundeinkommen. Die online-Petition der Tagesmutter aus Greifwald erregt seit Wochen Aufsehen. Auch ich bin angereist, um jene Frau kennenzulernen, die mich aus einem gut bürgerlichen Dornröschenschlaf gerissen hat. Seit ich durch Susanne Wiest vom Impuls des BGE gehört habe,  bin ich wie elektrisiert. Entschlossen und begeistert leite ich die Petition an Freunde weiter, lese, reise, recherchiere und fühle wieder Zuversicht und Freude auf dem Ackerboden lebendiger Demokratie. Zusammen mit Götz Werner, Sascha Liebermann, Ute Fischer und Gerald Häfner spricht Susanne damals von der Bühne in der Eilenriedehalle zu einem bunt gemischten Publikum. Ich kenne die Leute links und rechts neben mir auf den Zuschauerstühlen gar nicht, spüre jedoch binnen kürzester Zeit eine Vertrautheit und Verbundenheit, die damals für mich noch ganz neu war und die mich bis heute trägt.
Etwa eine Woche später bricht der Server des Bundestages zusammen. Die mächtige Resonanz der Mitzeichner legt ihn für zwei Stunden lahm. Die Idee eines bedingungslosen sGrundeinkommens bündelt Kräfte und Mächte und verbreitet sich wie ein Lauffeuer. 52.973 Unterschriften innerhalb kürzester Zeit. Rekord! Zur Bundestagswahl 2009 tritt Susanne als parteilose Einzelbewerberin im Wahlkreis Greifswald-Demmin-Ostvorpommern an. Im November 2010 bringt sie ihr Anliegen vor dem Petitionsausschuss im Deutschen Bundestag vor. Graswurzeldemokratie.

Und heute.
Was ist anders?

„Es ist eher komplizierter als einfacher geworden“, sagt die Piratin. „Ich weiß noch gar nicht so wirklich, welches Element jetzt dazu gekommen ist?“ Sie hält einen Moment inne. „Der Garten hat einen Zaun. Die Partei stellt auch eine Grenze dar. Ich werde mit vielen Leuten und Meinungen in einen Topf geworfen. Für mich ist es Wagnis und Aufgabe zugleich, diese Vielfalt und Widersprüchlichkeiten auszuhalten und oft einfach so stehen zu lassen.“

Vor einer Woche war Piratenparteitag in Neumarkt. Zeitgleich ein anderes Highlight für Susanne Wiest: Wagenburgtreffen in Münster. Sie verbindet das eine mit dem anderen. Auch im Herzen. „Münster war wie ein Klassentreffen nach vielen Jahren. Dort ist alles erblüht. Ich war ganz berührt.“

Viele Jahre hat Susanne selbst in einem blauen Zirkuswagen gelebt. Ihr Sohn Joshua ist dort geboren. „Fünf Leute auf 40 Quadratmetern – dafür sehr viel Wiese und Land drumherum.“

Die Wagenburg ist wie ein Gleichnis für die gebürtige Bayerin. „Du lebst in einer Gemeinschaft, machst Wege, pflanzt Obstbäume an, es gibt keinen Chef, wenig Reglementierungen – und jeder Wagen sieht anders aus. Der eine mag eben Schrottkunst vor der Tür, der nächste viele Blumentöpfe, einem dritten ist beides wurscht. Und doch ist jeder Wagen für sich individuell und schön. Man wird so deutlich. In einer Mietwohnung wird das Bedürfnis, sich zu zeigen, doch oft völlig erstickt. Ein bunter Fußabstreifer und ein Kranz an der Tür – das war’s dann. Da halte ich es lieber mit Hundertwasser, der gesagt hat, jeder sollte doch zumindest so lang sein Arm mit dem Pinsel aus dem Fenster reicht, sein Haus bunt bemalen dürfen. Dann kann ich zu meinen Freunden sagen: Schau, das dort, mit den gelben Margeriten mit den blauen Punkten, das ist meins.“

Gleichschaltung ist für Susanne Wiest völlig uninteressant. Langweilig! Vielmehr beschäftigt sie die Frage: Wie geht das mit der Individualität und der Gemeinschaft?

„Das ganze ist ein riesiges Experiment. Schnelle Lösungen gibt es nicht. Dazu sind die Dinge zu komplex. Jene, die immer gleich fertige Analysen und Antworten parat haben, sind meist im alten Denken verhaftet und folgen überholten Mustern. Mit Wandlung hat das nichts zu tun.“

Ich frage Susanne nach ihrer Erfahrung mit der Bedingungslosigkeit.

„Für Leute ist das oft Schocking!“, erfährt Susanne in Gesprächen zum Grundeinkommen immer wieder. „Dabei erlebt jeder von uns, wenn er Glück hat, immer wieder Formen der Bedingungslosigkeit. Zum Beispiel in der Familie oder bei Freunden: Ich muss nicht erst irgendwas leisten, um ein Abendessen zu bekommen. Sobald wir etwas schenken, machen wir auch Bedingungslosigkeit erlebbar. Kürzlich habe ich darüber nachgedacht, dass auch viele Abgeordnete bereits von einer gewissen Bedingungslosigkeit berührt sind. Sie bekommen ihre Diäten, ob sie dafür nun Reden halten oder Anträge einbringen oder nicht. Manche tauchen nicht mal im Parlament auf. Geld bekommen sie dennoch. Diäten sind kein leistungsbezogenes Einkommen. Sie machen im Grunde einen großzügigen Rahmen von bedingungslosem Vertrauensvorschuss deutlich. So neu ist der Gedanke also nicht. Wir alle müssen uns dieses Feld nur mehr und mehr bewusst machen und weiter erforschen.“

„Ich will dahin gucken, wo es klappt“, sagt Susanne. Ich lauer nicht auf Fehler! Vielfalt ist der wahre Zauber!“

Tatsächlich wollte sie als Kind Zauberin werden. „Manchmal habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn eine gute Fee mit drei freien Wünschen zu mir käme. Und ich wusste, dann werde ich schlau genug sein und mir nicht Taschentuch, Roller oder sowas Dämliches wünschen, sondern den großen Coup landen: Ich will eine Zauberin sein! Dann kann ich mir eh alles wünschen.“

Susanne lacht. „Ja, ich wollte immer etwas werden und sein, wo ich frei bleibe.“

Magie in ihrem Leben erlebt sie auch ohne gute Fee immer wieder.
„Wunder geschehen!“, weiß sie.
Und daran sind Menschen beteiligt.

„Immer wieder habe ich wundersamste Unterstützungen und Zufälle erlebt“, erzählt sie. „Oft an einem Punkt, an dem ich der Verzweiflung nah war und dennoch meine Ängste wieder ein Stück loslassen konnte. Mein Motto: Ich mache jetzt, was ich wirklich machen will. Alles andere ist mir egal…. und dann ging es auch und die verrücktesten Dinge und Menschen kamen auf mich zu.“

Sich zu verbiegen, nur um Geld zu verdienen, ist unwürdig. Menschen auszugrenzen, weil sie kein Geld haben, ebenso. „Diesen Stress dürfen wir heute niemandem mehr antun“, sagt Susanne Wiest. „Ich bin mit dem ganzen Thema auch noch nicht durch“, gesteht sie. „Doch Einkommen und Arbeit habe ich weitgehend in meinem Denken und Tun entkoppelt. Wir glauben, Geld ist der Motor für alles in unserer Gesellschaft. Doch dass wir etwas tun, etwas Neues tun, ist die wahre Schöpferkraft. Alles, was ich auch für andere tue, ist gestaltende Arbeit, kreative Arbeit. Immer wieder stehe ich vor dem Nichts, aber ICH WILL!“

Die Gesellschaft macht gerade einen gewaltigen Wandel durch.
„Es will etwas werden“, spürt Piraten-Zauberin Susi.
„Die richtige Arbeit teil sich mit. Es gibt eine Freiheit in der Hinwendung zu dem, was ich wirklich tun will. Eine wirkliche Aufgabe kannst du nur schöpferisch ergreifen. Niemand kann sie dir überhalftern oder aufzwingen. Das ist verrückt. Wenn du wirklich von einer Aufgabe angesprochen wirst, die zu dir passt, dann spürst du es und es ist dir eine Ehre, sie in dieser Welt zu tun. Das ist das wirklich Neue.“

Humane Schöpfer-Magie.

Susanne Wiest hat ihr Ding gefunden.
„Ich bin so sehr in das Grundeinkommen verliebt!“, strahlt die zweifache Mutter fröhlich.
„Dabei kann ich meine Liebe nicht mehr so exklusiv platzieren. Liebe ist eine Grundhaltung. Jemand sagte kürzlich: Geben und Teilen sind der neue Reichtum. Dem stimme ich dankbar zu. Und ich vertraue. Immer wieder.“

Piratin vor Schiff.

Latte Macchiato an der Wieck.
Sonniges Blühen mit Bedingungslosem Grundeinkommen.
Susanne und Marc im Gespräch.

Macht Freiheit Mittagspause?

„Hast du heute frei?“, fragt mich eine Bekannte im Bistro.
„Nein, nein“, entgegne ich zügig. „Mittagspause.“
***
Das ist doch alles vollkommen verrückt mit der Freiheit, denke ich.
Vor mir der Teller. Mit einem Rand. 
Frei haben? Irre. Das ergibt keinen Sinn.
Frei sein. Wie geht das?
„Bist du wirklich bereit für die Freiheit?“, fragt eine innere Stimme.
Und meint mich.
Ich spüre Grenzen.
In mir.
Und löffle meine Suppe weiter.
Arbeit.
In der Mittagspause.

*

Don’t move! Lebensfreude verboten.

Modjgan Hashemian wurde in Berlin geboren. Hier lebt sie auch heute. Dennoch ist sie ein Kind zweier Welten. Die ersten Jahre zwischen Berlin und Teheran haben sie geprägt. Ihre persischen Wurzeln sind der 37-Jährigen ins Gesicht geschrieben.

Wir treffen uns in der „Seerose“, einem kleinen vegetarischen Restaurant in Berlin-Kreuzberg. Es wird von Iranern geführt. „Es sind gute alte Freunde meiner Eltern“, erzählt Modjgan und bestellt noch etwas Couscous zum Salat.  Auf persisch. An ihrer Seite der fünfjährige Bijan. Er hat glänzend schwarzes Haar und große braune Augen. Genau wie seine Mama.
Modjgan Hashemian ist Tänzerin und Choreografin. Im März hatte ihr neuestes Stück „Don’t move“ im Berliner Ballhaus Premiere. Gerade ist sie voller Eindrücke aus Istanbul und Köln zurückgekehrt. Auch dort berührte  ihr Tanzstück die Zuschauer.
„Don’t move“ bewegt. Deshalb, weil es die Geschichte eines Landes erzählt, in dem Menschen sich nicht frei bewegen dürfen. Tanzen ist im Iran verboten.
Teheran, Anfang der 80-er Jahre: Es hätte die Befreiung des persischen Volkes werden sollen, der Sturz des autoritären Schah-Regimes. Stattdessen tun sich neue Schatten auf. Mit Einführung der Scharia in der Islamischen Republik Iran sind Lebensfreude und Feiern in der Öffentlichkeit verpönt. Die Menschen gehen grau und schwarz verschleiert. Bis zur Revolution 1979 gab es Folklore und Ballett. Danach nichts mehr. Es ist, als würde das persische Wort für Tanz – Raghs – mit einem politischen Fluch in Ketten gelegt und kurzerhand aus dem Sprachgebrauch gestrichen. Benutzt werden darf nur noch der Begriff „rhythmische Bewegung“. Es ist grotesk.
„Die Iraner lieben das Tanzen“, weiß Modjgan Hashemian. „Sobald sie Musik hören, möchten sie sich bewegen. Es liegt ihnen im Blut.“ Doch was einst frei durch alle Lebensadern fließen durfte, geriet über Jahrzehnte der Unterdrückung in eine Art Schockstarre. Wer es wagt, öffentlich zu tanzen und dabei erwischt oder verraten wird, läuft Gefahr, im Gefängnis zu landen. „Das betrifft vor allem die Frauen“, erzählt Modjgan. „In den Augen der Mullahs hat die Bewegung mit dem Körper einen großen Bezug zur Sexualität. Sie wird als Bedrohung und Gefahr empfunden und ist mit deren islamischen Werten nicht vereinbar. Tanzen ist wie Prostitution.“
Und dennoch. Trotz der irrsinnigen körperpolitischen Moralgesetze der iranischen Regierung wird im Land getanzt. Heimlich. In Wohnzimmern, Kellern und auf Dächern. Bewegung wird damit zum Drama. Vor allem für die, die Tanz als ihre Profession ansehen. Sie sind der Willkür der Zensurbehörde ausgeliefert. Keiner weiß, wo, wann und warum sie die Zügel ihrer Macht anziehen oder auch locker lassen. Mittlerweile laufen die Menschen geduckt, misstrauen einander und tragen vielerlei Masken. Regimeterror und Selbstzensur zersetzen wie ein grauer Dämon den aufrechten Gang eines ganzen Volkes.
„Das alles macht mich unheimlich wütend und traurig zugleich“,  so die Deutsch-Iranerin. Als Kind faszinierten sie die persischen Teppiche im Haus ihrer Großmutter in Süd-Teheran, einem armen Arbeiterviertel. „Immer nach der Schule rannte ich ganz schnell nach Hause, riss mir den dichten Schleier vom Kopf, der bei der Hitze schrecklich warm war und mich eingeengt hat. Dann habe ich die Musik aufgedreht und mich zu den farbigen Mustern auf dem Teppich bewegt. Ich habe einfach die Muster auf dem Teppich nachgetanzt. Das fand ich schön und befreiend.“
Modjgan’s Leben bewegt sich weiter, webt das eigene Muster. Berlin wird Mitte der 80-er Jahre endgültig ihre Heimat. Trotz Vorbehalte in der Familie wird sie Tänzerin, studiert an der Schauspielschule Ernst-Busch Choreografie. Kindheitserinnerungen kommen hoch. Sie erinnert sich an die Teppiche und deren Muster, möchte mehr über die Knoten, Schlaufen, Schlingen und Knüpftechniken erfahren und die alten Traditionen in Bewegungen auf der Bühne umsetzen. Nach 27 Jahren reist die Künstlerin 2007 erstmals wieder nach Teheran. „Als das Flugzeug landete, liefen mir die Tränen“, erinnert sie sich. „Ich liebe diese Stadt.  Da waren plötzlich all die bekannten Gerüche meiner Kindheit, das, was man so speichert und was mit einem selbst eng verbunden ist. Es war sehr emotional. Ich wollte gar nicht schlafen, sondern den Genuss voll ausleben.“ 2009 entsteht ihre erste größere Produktion „Move in Patterns“. Es erzählt die Geschichte ihrer Kindheit in Teheran.
Auch auf späteren Reisen kommt sie immer wieder mit Tänzern ins Gespräch. Es sind Begegnungen im Untergrund. Die Kollegen vertrauen der Choreografin aus Berlin, deren Cousins, Cousinen, Onkel und Tanten noch immer in Teheran leben. Hier wird 2010 die Idee für „Don’t move“ geboren.
„Ich habe viele Menschen interviewt, die früher beruflich auf der Bühne standen und später dafür hinter Gittern saßen“, erzählt die junge Frau. „Im Stadttheater in Teheran wurde Othellodreißigmal gespielt. Die hatten das Stück abgenickt, es spielte auf Festivals, die Choreografin und Kostümbildnerin hatten sogar Preise bekommen. Dann plötzlich ließ die Zensurbehörde die Darsteller gerichtlich vorladen. Sie bekamen Spielverbot und mussten eidesstattlich erklären, sich nicht mehr auf der Bühne zu bewegen. Einfach so.“ In Modjgan wächst ein Wunsch – sie möchte gemeinsam mit iranischen und deutschen Tänzern eine Ausdrucksform finden, diese  Situation körperlich auf der Bühne auszudrücken.“
Vor Ort entstehen kleine Video-Sequenzen, heimlich auf Dächern gedreht und über Improvisationen erarbeitet. Die Freude an der Arbeit ist von Furcht und Unsicherheit durchdrungen. „Nur nicht auffliegen!“  
Geübt wird auch über Skype. „Mir war immer ein Austausch sehr wichtig“, so die Choreografin.  Ein Tanzprojekt lebt von gegenseitigen Inspirationen. „Also haben wir uns vor dem Rechner getroffen und Bewegungen ausgetauscht, über tausende Kilometer hinweg. Wir haben das Skypedance genannt. Manchmal brach das Internet zusammen oder die Übertragung kam zeitverzerrt. Mit all den Unwegbarkeiten haben wir uns künstlerisch auseinandergesetzt. Es gehört zu Don’t move. Den Beteiligten war enorm wichtig, voreinander und miteinander zu tanzen.“ Eine ungewöhnliche Probenarbeit.
Die Projektion wird im Projekt schließlich zum Medium, um Grenzen aufzuheben.  Im Stück performen Berliner Tänzer live, während sie über Videoinstallationen mit Stimmen und Bewegungen der Kollegen in Teheran verbunden sind. Jene auf der Leinwand dürfen selbst nicht auf der Bühne stehen. Und doch wird Kommunikation über Grenzen hinweg möglich. Die Moves der Tänzer und die Eigenarten der Inszenierung lassen den Zuschauer spüren, was es bedeutet, in seinem eigenen Körper eingeengt zu sein und langsam erstickt zu werden. Es ist ein Stück über Schikane, Gefahr und Starre und gleichzeitig eine berührende Hommage an Liebe, Kreativität und Freiheit.
„Viele Tränen sind bei diesem Projekt geflossen“, erzählt mir Modjgan Hashemian. „Es schmerzt sehr, das Schicksal all der jungen talentierten Menschen zu sehen, die langsam beginnen, die Hoffnung aufzugeben. Und dennoch gibt es einen Widerstand. All das zu zeigen, ist mir ein großes Anliegen.“
Sarah, eine junge Tänzerin aus Teheran, sagt in einem Interview zu Susanne Vincenz, Dramaturgin und Ko-Produzentin bei „Don’t move“: „Wir brauchen unbedingt eine Tanztherapie für das ganze Land! Im Iran ist der Körper dieses Ding, das du in Kleidung steckst. Der Körper ist wie eingefroren. Und das produziert Engstirnigkeit. Wenn du den Körper befreist, dann befreist du auch das Bewusstsein.“
 „Ich lebe heute bewusster“, sagt mir Modjgan Hashemian. Sie ist gewachsen. Eine Künstlerin, deren Wurzeln eng mit der persischen Kultur verbunden sind und die aus dem Teufelskreis von Moral, Gesetz und politischer Agenda ausbrechen durfte.
 „Ich sehe, was ich für Möglichkeiten habe und die möchte ich ausschöpfen. Ich träume von meiner eigenen Company. Denn ich möchte tanzen, tanzen, tanzen!“