Kurzmitteilung

Von der Freude

Ich lese. Es ist still in meiner Wohnung. Aus dem Badezimmer dringt das Ticken einer Uhr, ab und zu knarrt der Stuhl, auf dem ich sitze. Ich schlürfe Kaffee. Plötzlich zwischen dem Umblättern der Seiten in meinem Buch ein leises feines Geräusch. Ganz nah. Ich kann es nicht zuordnen. Doch es bannt meine Aufmerksamkeit. Nochmal. Und dann sehe ich es: Von den Osterglocken auf meinem Küchentisch lösen sich die Schalen. Sie fallen…. Die Blüte kann sich entfalten. Dieses kleine feine Geräusch: FREUDE.

Grüne Rabbis

Glaube, Schöpfung, Umweltschutz.

Eine Millionen Israelis essen kein Fleisch. Das Land hat nach Indien die meisten Vegetarier, relativ gesehen. Eine von acht Millionen – oder genauer gesagt: Acht Prozent der Israelis leben vegetarisch, fünf Prozent vegan. Eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise ist nicht 100 Prozent koscher – etwa mit Blick auf Insekten im Salat oder im Gemüse. Dennoch gibt es Parallelen.
Doch auch wenn weltweit immer mehr Rabbiner-Stimmen lauter werden, die für den Verzicht auf Fleisch plädieren, gibt es in der Orthodoxie vermehrt massive Opposition. Vor allem bei jenen, die Kosher-Zertifikate erteilen und davon profitieren. Es gibt deshalb große Widerstände gegen den Verzicht auf Fleisch, weil das die Kashrut-Industrie unterwandert. (Die Kashrut sind die jüdischen Speisegesetze.) Es geht dabei nicht um guten Geschmack oder persönliche Gewohnheiten, nicht einmal um relegiöse Traditionen. Es geht um Geld. Es stört jene, die ein Interesse daran haben, dass dieses gigantische System rund ums Essen so komplex bleibt, wie es ist. Doch vor allem auch in Jerusalem weht ein neuer Wind. Dort wirken zwei sogenannte „grüne Rabbis“: Rabbiner David Rosen und Rabbiner Yonatan Neril. Beide sehen viele gesellschaftliche Probleme im Fleischkonsum begründet, verstehen ihre „grüne“ Sicht auf die Welt aber keinesfalls parteipolitisch. David Rosen sagt: „Die Fleischindustrie zerstört die Umwelt. Mehr als alle Verkehrsmittel zusammen. Also, wenn wir uns um unseren Planeten sorgen, dann sollten wir aufhören, Fleisch zu essen.“ Der mit 30 Jahren sehr junge Rabbiner Yonatan Neril vom Interfaith Center plädiert dafür, einen Schritt weiter zu denken. Er sagt: „Es braucht tief greifende Veränderungen. Die beginnen in uns. Wir müssen eine innere Zufriedenheit finden. Und wenn wir in der Lage sind, uns mit etwas zu verknüpfen, das größer ist als wir, mit dem Unendlichen, dann wird der Wunsch abnehmen, unsere Bedürfnisse mithilfe des Konsums und materieller Werte zu befriedigen.“

Voll im Fluss!

Das Sternberger Seenland ist eine der schönsten Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns und bietet seinem Artenreichtum an Flora und Fauna ein atemberaubendes Zuhause. Gestern waren Rolf und ich auf Tour. Vom Wasserwanderrastplatz Weitendorf ging es durch das Warnow-Durchbruchstal. Unter blauem Himmel und auf einer abwechslungsreichen Strecke warteten blaue Prachtlibellen (die ich einfach nicht scharf vor die Linse bekommen habe), ein Eisvogel in der Ferne, Stromschnellen sowie Stein- und Baumhindernisse. In zahlreichen Flusswindungen ging es mit unserem Kanu durch unberührte Natur, Wälder, Wiesen und vorbei an bis zu 40 Meter hohe Steilhängen. Die Stille und Ursprünglichkeit auf dieser Strecke sind zauberhaft! Ich war noch nie mit dem Stechpaddel unterwegs, es war abenteuerlich, genüsslich und anstrengend. Rolf hat uns übrigens auch mehrmals vor einer „Kanu-Rolle“ gerettet. Fazit: Auf knapp 18 Kilometern nicht einmal gekentert!

Das idyllische Durchbruchstal.

Die Tour endete nach etwa vier Stunden vor den Stromschnellen am Wasserwanderrastplatz Eickhof. Beim der anschließenden Stärkung konnte ich dann ehrlich gesagt kaum noch das Glas heben… Dennoch: Prosit Warnow! Es war herrlich!

 

 

Planet Wunder!

Exobiologie ist eine junge Wissenschaft, die sich mit außerirdischem Leben beschäftigt. Forscher „bauen“ und „zeichnen“ mit Hilfe von Computerprogrammen und ganz viel (Un)Wissen u.a. Welten und Wesen fremder Planeten und Galaxien nach. Ich stelle mir gerade vor, wie Exo-Exobiologen auf anderen Planeten, in den Weiten unseres Universums, sich über das Leben auf der Erde den Kopf zerbrechen (falls sie überhaupt einen Kopf haben). Die Vielfalt unseres Planeten annährend zu erfassen, wird für die E.T.’s nämlich gar nicht so einfach: Mit uns Menschen tummeln sich auf der Erde fast neun Millionen (!!!) Arten. Eine immer schöner, exotischer und abgefahrener als die andere… Als ob tatsächlich die besten Maler, Bildhauer und Designer am Werk waren. Es ist ein unfassbares Wunder! Wir leben auf einem Wunder-Planeten und wachen dafür gerade erst auf! Guten Morgen, Welt!